EINSICHTEN

Manche mögen’s ja leugnen: wir leiden alle mehr oder weniger am Schmerz des Geborenseins in diese Welt, in diesen Körper. Und sehnen uns alle zurück in die Geborgenheit des Mutterleibs. Oder streben rastlos höher, tiefer, weiter voran, in die Raum-, Zeit- und vor allem Körperlosigkeit.

Kein Körper – kein Schmerz. Das ist wahr. Aber so melancholisch schön das Lied von Bob Marley sein mag: No Woman No Cry – da träumt der Sänger wohl vergebens – und Viele mit ihm… Wie immer auch die Vereinigung der Geschlechter erfolgen mag – sie ist eine machtvolle Beschwörung der Aufhebung von „Ich“ und „Du“. Und jedes Kind, das daraus entsteht, legt unmissverständlich Zeugnis ab davon, dass es mehr und Höheres gibt als „ich“ und „du“.

Die Kinder sind Zeugen, sind ein unbestechlicher Spiegel; dafür werden sie geliebt, verführt, gehasst, programmiert, manipuliert, missbraucht, ja, und sogar umgebracht. Weil:

Wir wollen unser Weltbild nicht erschüttert und infrage gestellt sehen. Wir wollen nur Bestätigung und Verstärkung von „ich“ und „du“ und unseren persönlichen Vor-Stellungen. Es erscheint paradox: Wir machen für alles mögliche Andere verantwortlich, kaum uns selbst. Wir wollen nicht wirklich „ich“ sein, denn „ich“ ist gleichbedeutend mit dem Schmerz des Geborenseins als Individuum und mit höchster Verantwortung. Und doch reklamieren wir ständig ich, ich, ich! Und basteln an unserem Selbstbild. So schließt sich der Kreis. Sein Rätsel bleibt ungelöst.

Es ist ein großes Geheimnis, das uns treibt. Und Angst. Angst vor Unwissenheit und Machtlosigkeit, aber eigentlich Angst vor der Erkenntnis. Was Kinder aber so stark macht, ist ihr Nichtwissen, ihr Ur-Vertrauen. Später kommt dann Anspruch und Hoffnung, eines Tages zu verstehen. Und wenn der Vorhang fällt – wird es sich dann wohl enthüllen?

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Jenseits des individuellen Körpers gibt es nur den einen Geist, der alles durchdringt.

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Meine Wirkungskraft kommt aus einer Quelle, die in jedem Menschen vorhanden ist; sie muss nur freigelegt werden.

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Sich finden ist ein Prozess

Von der Geburt bis zum Tod

Und jeder Augenblick zählt…

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Eins sein

Mit sich selbst

Das bedeutet

Eins werden

Mit dem Nichts

Oooh – – – welche Freiheit!

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Die Unendlichkeit

Des Jetzt

Darin das Gestern

Und das Morgen

Geborgen

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Was uns Angst macht, ist: uns mit den Augen der anderen sehen. Doch in dieser Angst verborgen liegen wahre Schätze: Verständnis, Weisheit, Liebe, Licht und Bewusstsein. Jenseits von Ich und Du.

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Wir sind uns ein Spiegel, ob wir es nun wollen oder nicht. Das ist das Geschenk des Bewusstseins. Bewusstsein, verborgen im Spiegel – schlummernd, bis es erkannt ist…

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Das einzige Theater, das mich mein ganzes Leben lang wirklich fesseln kann, ist das Theater in meinem Kopf.

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Am Ende sind wir immer ‚Opfer‘ unserer eigenen Strategien.  Immer.

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Die Frau ist das Medium des Mannesbewusstseins. Der Ursprung: die Mutter.

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Missgunst, Neid und Eifersucht // Angst, Gier, Geiz und Aggressionen // Das sind mächtige Dämonen // Die in unseren Herzen wohnen // Sperr’n wir sie ins Dunkel ein // Schaffen sie uns manche Pein.

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Wenn du beiseite legst, was uns unterscheidet und was uns trennt: was bleibt dann von dir, von mir…?  …Wenn aber nichts bleibt, dann gibt es auch nichts Unterscheidendes mehr und nichts Trennendes.

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Jeder ist anders. Und doch sind wir eins.

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Zu sich selbst gehen heisst: der eigenen Spur folgen. Jede Lüge auf diesem Weg zum Selbst ist Selbstbetrug, führt in die Irre. Der Weg ist von Unsicherheit und Irrungen und Wirrungen begleitet und oft von dramatischen Gefahren und Dunkelheit. Und die Ängste werden größer, je näher man sich selber kommt. Denn: das mit den Jahren aufgebaute Ego befürchtet – zu Recht – seine zunehmende Bedeutungslosigkeit; dagegen wehrt es sich mit aller Macht und schlauen Tricks.

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Das Denken ist immer schon im Körper. Nur ist der Körper oft nicht im Denken.

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Unser Leben ist ein Spiel. Das Selbst bewahren, Bewusstsein entwickeln heisst, das Spiel -Kein Spiel spielen- spielen.

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Wir waren, sind und bleiben immer ein Teil des Großen Ganzen und eins mit diesem – in welche Umstände wir auch hinein gestellt sind und wie auch immer wir unser Leben, unser Selbst erfahren, erkennen und gestalten. Dies vollständig zu begreifen gehört, wie mir scheint, zu unseren höchsten und lohnenswertesten Aufgaben.

Die Verbundenheit aller Teile miteinander und mit dem Ganzen wird vielfach aus dem Bewusstsein verdrängt – etwa durch Illusionen, Abgrenzungen und Abwehrstrategien im Dienste des Ego. Die Verbundenheit kann aber nur scheinbar aufgehoben werden.

Wir brauchen die Illusion des Ich, des Getrennt-Seins; auch sie ist notwendiger Bestandteil des Ganzen und dient letztlich dem Erkenntnisprozess. Was wüssten wir vom Leben ohne den Tod? Was wüsste der Mann von seinem Mann-Sein ohne die Frau? Ohne Illusionen gäbe es kein Erkennen – wir wüssten nichts. Also gilt es, mit beidem zu leben: Illusion und Wirklichkeit.Beides bedingt und braucht einander und ihr Spannungsverhältnis bringt unser Bewusstsein hervor.

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…WIRD FORTGESETZT